Handy-Kultur: Wie kulturelle Unterschiede die Nutzung von Mobiltelefonen beeinflussen

images-14

Die Deutschen lieben ihre Autos. Dieses Klischee ist alt, weit verbreitet und vermutlich für viele auch alles andere als unzutreffend.

Das Interesse an intelligenter Technik, die den Alltag bereichert und darüber hinaus auch noch schick aussieht, ist jedoch wesentlich weitreichender und somit erfreuen sich zeitgemäße Technikprodukte insgesamt großer Beliebtheit.

Ein Beispiel dafür, welches ähnlich flächendeckend Verwendung findet, allerdings anders als die meisten Autos durchaus in der Hosentasche Platz findet, ist das Mobiltelefon oder “Handy” wie es in Deutschland gerne genannt wird.

Es mag überraschen, dass “Handy” tatsächlich nur in Deutschland ein gängiger Begriff für Mobiltelefon ist, schließlich klingt es nicht nach einem Wort deutschen Ursprungs. In der Tat würden US-Amerikaner “cell phone” und Briten “mobile” sagen. Die Südamerikaner sprechen ins “celular” und Schweden haben ein “nalle” am Ohr, was übersetzt interessanterweise eigentlich “Teddybär” heißen würde.

Noch viel interessanter als die jeweilige Bezeichnung für das tragbare Telefon, ist jedoch die Art und Weise, in der Menschen auf der ganzen Welt vom “Handy” Gebrauch machen.

Während in westlichen Industriestaaten in der Regel ein gut ausgebautes Datennetz zur Verfügung steht und viele Nutzer dank flat-rate Verträgen kaum Sorge bezüglich hoher Kosten haben müssen, ist die Situation etwa in vielen afrikanischen Staaten eine andere. Während Europäer, insbesondere Spanier, Italiener und Finnen gerne lange und an jedem Ort telefonieren, wird andernorts kosteneffizienter gedacht. So ist es in Afrika teilweise üblich nur kurz klingeln zu lassen wenn man jemanden mit höherem Einkommen, etwa den Chef, sprechen möchte. Dieser versteht den Hinweis als Bitte um Rückruf und trägt die Kosten wenn er dieser Bitte nachkommt.

Kulturelle Unterschiede lassen sich auch im Vergleich zu manchen asiatischen Länder erkennen. In vielen Entwicklungsländern ist ein Handy ein Statussymbol, welches man gerne öffentlich zeigt. Solch ein Verhalten würde in Japan beispielsweise kaum toleriert werden. Das Telefonieren in der Öffentlichkeit und in Gegenwart anderer wird dort als außerordentlich unhöflich betrachtet und kann gegebenenfalls sogar zu Strafen führen.

Diese Probleme kennt man in mediterranen Ländern nicht. Leidenschaftliche Gespräche, ob nun mit Handy oder nicht, gehören dort für viele zur Lebensart und werden nicht als unsittlich empfunden.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *